350-jährige Geschichte unserer Bruderschaft

1664 bis heute

Die Geburtsstunde der Kückhovener Schützenbruderschaft

Man muss sich einen Zusammenschluss von Männern zu einem Schützenverein auf religiös-sittlicher Grundlage vorstellen und in die Zeit zurück versetzen, wo dieser Bund geschlossen wurde. Wie sah es damals Anfang des 17. Jahrhunderts in Deutschland aus? Seit Jahren tobte ein furchtbarer Religionskrieg durch die Lande, der die Menschen zermürbt hatte und das religiöse Empfinden des Einzelnen, gleich welchem Bekenntnis er angehörte, abgestumpft hatte. Aus diesem sogenannten Religionskrieg war alsbald ein großes Rauben und Morden geworden. Auch unser Heimatland blieb nicht verschont. Zahlreiche Kriegshorden durchzogen jahraus und jahrein nach Räuberart unser Rheinland, plünderten die Ortschaften aus und steckten die Häuser, in die sich die verängstigte Bevölkerung geflüchtet hatte, um Schandtaten zu entgehen, in Brand und sengten die Felder nieder.

Wie schwer unsere Gegend in diesen Zeiten gelitten hatte, davon geben die im Erkelenzer Archiv ruhenden Akten der damaligen Zeit Zeugnis. Aber woher sollte Hilfe kommen? Selbst die Landesherren waren gegen solche räuberischen Überfälle machtlos. Es gab nur eine Rettung: Organisation einer eigenen Schutzwehr zum Schutz von Hab und Gut. Aus solchen Verhältnissen heraus ist die Schützengesellschaft zu Kückhoven entstanden. Dass die kirchliche Behörde sich im Verein mit der Weltlichen Obrigkeit dieser zur Verteidigung des heimatlichen Bodens geschaffenen Organisation sofort nach Kräften annahm, konnte nur freudig begrüßt werden. Andererseits hatte auch die Kirche persönlich das größte Interesse an einer solchen Schutzwehr. Waren doch gerade die Kirchen mit ihren Gold- und Silberschätzen ein beliebtes Ziel für diese Räuberbanden.

Ob es vor dem Jahre 1664 schon eine Gemeinschaft von Schützen zur Selbstverteidigung während des 30-jährigen Krieges in Kückhoven gegeben hat, lässt sich nur vermuten und erahnen. Über die Entstehung der Schützengesellschaft zu Kückhoven lassen sich leider keine genauen Angaben machen. Ein genaues Gründungsjahr lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen, da keinerlei diesbezügliche Aufzeichnungen aus der in Betracht kommenden Zeit erhalten sind. Ebenso wenig lässt sich feststellen, auf welche Weise die Schützengesellschaft entstanden ist, ob sie, wie es in damaliger Zeit in den ländlichen Ortschaften vielfach geschehen ist, aus einer bereits bestehenden kirchlichen Bruderschaft hervorgegangen ist oder ob sie direkt als Bürgerwehr, wie meist in befestigten Orten, ins Leben getreten ist. Fakt ist, dass es zur damaligen Zeit üblich war, sein Dorf gegen Plündereien und Überfälle zu schützen.     

Wie dem auch sein mag, in der Kückhovener Schützengesellschaft tritt von Anfang an ein inniges Zusammenwirken von geistlicher und weltlicher Obrigkeit zum Segen der Gemeinde und des Vaterlandes zu Tage. Nur so viel wissen wir, dass sich die Schützengesellschaft früher den Kirchenpatron St. Servatius zum Beschützer auserkoren hatte. Ob sie aber damals Anfang des 17. Jahrhunderts bereits eine Schützengesellschaft war oder nur eine kirchliche Bruderschaft mit lediglich religiösen Bestrebungen, ist aus den alten Beständen des Pfarrarchives nicht ersichtlich. Der Gedenktag des Schutzheiligen Sebastianus wurde zum Beispiel durch feierlichen Gottesdienst begangen. So heißt es in den Statuten der damaligen Zeit:  „soll jeder schütz und bruder wissen, dass er schuld fey alle jahrs auf St. Sebastianitag in hiesiger Kirchen, den Gottesdienst Meeß und predigt fleyßig bey zu wohnen und ahn zu horen, und vor die verstorbene bruder zu betten und opferen dem Herrn Pastoren vor solchen löbliche Dienst ein jeder ein fethuen“ (Statuten unserer Bruderschaft 17. Jh.). Wer dieser Pflicht nicht nachkam, musste eine nicht unerhebliche Bierstrafe bezahlen. Da auch die jährlich wiederkehrenden kirchlichen Umzüge mit dem Allerheiligsten (Fronleichnam) eines besonderen Schutzes bedurften, waren doch Überfälle bei solchen Anlässen nichts Seltenes, enthält die alte Ordnung hierüber eingehende Bestimmungen: „Am Vogelschießes tag wie auch am Tag unseres Patroni St. Servatij prozessions oder Prunktag und vernebailis tag sollen sämtliche Brüder und Schützen mit ihrem eygenen Gewehr und Rohr im Anfang und Ausgang der Prozession allezeit erscheinen und beywohnen biß zum Endt, und helfen den Allerhöchsten Gott im Heiligen hochwürdigen Sakrament Begleiten“ (Statuten unserer Bruderschaft 17. Jh.). Auch hier gab es bei Missachtung hohe Bierstrafen. 

Da nun St. Sebastianus der allgemein übliche Schutzheilige der Schützengesellschaften in katholischen Gegenden war, darf man annehmen, dass diese Servatius-Bruderschaft sich erst bei ihrer Umwandlung zu einer Schützengesellschaft den Namen Sebastianus Bruderschaft beigelegt hat.

Wir schließen deshalb auf das Gründungsjahr 1664 und damit auf ein organisiertes Schützenwesen in Kückhoven, da die ältesten im Jahre 1914 erhaltenen Plaketten des Königsschützensilbers aus dem Jahre 1664 stammen. Sie tragen die Namen Dedereich Franken 1664, Dedereich Eckerath 1664, Aeller Oellers 1664 und Philip Philippen 1664. Es war leider nicht zu erkennen, wer von diesen vier Stiftern die Königswürde in diesem Jahre inne gehabt hat. Aus dem Jahre 1664 stammt außerdem der silberne Vogel, der bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts fester Bestandteil des Königsilbers war. Es führen uns diese geschichtlichen Urkunden deutlich vor Augen, dass um diese Zeit bereits der noch heute bestehende Brauch, dem besten Schützen beim großen Vogelschuss die Würden und Abzeichen eines Schützenkönigs zu verleihen, bestand hatte.

Die Satzung aus dem Jahre 1712 ist uns in einem alten Protokollbuch überliefert. Aus ihr geht u. a. deutlich hervor, dass die Schützen sich besondere Fertigkeiten in der Handhabung der Büchse anzueignen hatten. Es musste sogar jedes Mitglied eine eigene Büchse besitzen und musste, wenn es galt, die Heimat zu verteidigen, immer zur Stelle sein und sich den Befehlen der Vorgesetzten unterwerfen. Daher stammt der Brauch der Einteilung und Befehlsgebung durch militärische Ränge.

Aber auch an Vergnügungen hat es den Schützen nicht gefehlt. Die volkstümlichen und beliebten Veranstaltungen waren und sind bis in die heutige Zeit geblieben – der Königsvogelschuss und die Prunkfeierlichkeiten. Dies sind die alljährlich wiederkehrenden Glanzpunkte im Leben eines Schützen. Die älteste Aufzeichnung hierüber stammt, wie bereits oben erwähnt, aus dem Jahre 1664, dem angenommenen Gründungsjahr der Bruderschaft. Es ist nämlich althergebrachte Sitte, dass der Schützenkönig zur Erinnerung an seine Würde ein silbernes Schild stiftet, welches an der Schützenkönigskette befestigt wird: „muß ein jeder König dem Bruderschaftsvogel mit allen anhang und zierath woll bewahren und zum gedenk und dank zeichen jedeß mahl ahnhangen dem Vogel einen silbernen pfennig in valore eines halben gulden“ lautet die Bestimmung in den alten Statuten, die auch heute noch Brauch ist.

Als Dank für die Dienste, die die Bruderschaft in der damaligen Zeit für die Kirche leistete, zeigte sich die kirchliche Verwaltung dadurch erkenntlich, dass sie im Jahre 1673 mit dem damaligen Bischof Eugenius Albertus und dem Dechanten Johann Nyssen der Schützengesellschaft jährlich eine sichere Geldzuwendung zukommen ließ, damit die Bruderschaftsmitglieder bei der Prunkfeier gebührend unterhalten werden konnten.

 

1914 das 250-jährige Jubiläum

Das 250-jährige Bestehen feierte unsere Schützenbruderschaft vom 17. bis 19. Mai 1914 mit einem imposanten Jubelfest. Neben einer großen Feier gab es vor allem einen historischen und schön aufgebauten Festzug. Bei diesem Festzug stellten verschiedene Gruppen einzelne historische Elemente aus dem Kückhovener Dorfgeschehen und der Entstehung und Geschichte unserer Bruderschaft dar. Bilder dieses Festzuges sehen Sie auf den Seiten entlang dieses Textes. Erläuterungen zur Bedeutung dieser Gruppen sind ebenfalls gesondert abgebildet. König im 250. Jahr des Bestehens war Gerhard Dewies.

Unsere Bruderschaft während den Zeiten der beiden Weltkriege 1914 bis 1964

Nachdem die damalige Feier vorüber war, begann für das deutsche Volk eine Zeit der hochpolitischen Spannung. Presse und Weltöffentlichkeit sprachen vor allem von sich immer erhöhenden außenpolitischen Schwierigkeiten. Bis dann am 2. August 1914 das große und ernste Wort fiel: „Allgemeine Mobilmachung“.

Da begann nun für alle der große Weltkrieg mit all seinen Erfolgen, bis im Jahre 1918 der große Zusammenbruch kam und mit ihm die Abdankung des Kaisers und die Errichtung der Deutschen Republik. Diese vier Jahre Kriegszeit hatte unserer Bruderschaft viele Opfer an Toten und Verwundeten gekostet. Die Toten ruhen heute alle in heimatlicher und fremder Erde bis zum ewigen Auferstehen.

Nach dem Krieg fing das Bruderschaftsleben nur zögerlich an sich wieder neu zu entwickeln. Unsere Region stand damals infolge des verlorenen Krieges unter einem feindlichen Oberbefehl. Unser Gebiet hatte eine belgische Kommandantur und wir hatten eine belgische Besatzung. Und genau diese militärische Besatzung sollte zu einer beinahe äußerst ernsten Situation für den damaligen Feldwebel und Spieß unserer Bruderschaft führen.

„Das feindliche militärische Oberkommando hatte befohlen, dass kein deutscher Soldat, die alle rechtsrheinisch waren, nicht linksrheinisch über den Rhein erscheinen durften, die dann als Kriegsgefangene behandelt wurden. Nun hatten wir einen Schützenbruder, der rechtsrheinisch als Feldwebel im deutschen Dienste stand. Er war in Zivilkleider zur Prunkfeier gekommen und hatte hier die Morgenparade vor der hochwürdigen Geistlichkeit mitgemacht. Wie es nun gekommen war, weiß keiner. Um die Mittagszeit kam ein belgisches Kommando mit aufgepflanztem Seitengewehr und verlangte von dem Vorstand den deutschen Soldaten, der hier war. Dieser aber hatte Lunte gerochen und war plötzlich wieder über den Rhein zu seiner Truppe verschwunden.

Aber das Kommando hatte keine Ruhe. Sie untersuchten das ganze Dorf. Auf einmal hatten sie einen gefunden, der ihnen gesagt hatte, dass der Feldwebel Johann Biewer in der Mosel wohne und jetzt zu Hause sei. Das war nämlich der Feldwebel unseres Schützenzuges. Die mit aufgepflanztem Bajonett versehene Militärkontrolle ging nun feldmarschmäßig zum Hause des Feldwebels hin und fanden ihn, wie er gemütlich mit seiner Familie beim Essen war. Sie versuchten, sich mit ihm in der belgischen Sprache zu verständigen, ob er der Feldwebel war. Johann Biewer musste ja sagen. Daraufhin wurde er angeschnauzt. Er musste sich fertig machen und wurde dann von der Kontrolle nach Erkelenz gebracht.

Hier wurde er im Laufe des Nachmittags von einem Offizier frech behandelt und gefragt, wie er als Feldwebel von rechtsrheinisch herüber gekommen war, obschon er wusste, dass er damit ihr Gefangener sei. Der Feldwebel Biewer versicherte, dass er gar kein Soldat war, sondern nur als Feldwebel im Schützenzug tätig war. Nach langem Hin- und Herreden hatte der Offizier dann eingesehen, dass sie einem groben Irrtum verfallen wären und der Feldwebel konnte wieder entlassen werden. So kam er abends wieder in Kückhoven an, wo er von seinen Schützenkameraden wieder mit Heil und Jubel begrüßt wurde.“

Das Bruderschaftsleben fing in den darauf folgenden Jahren allmählich an, sich wieder aufwärts zu entwickeln. Dann kam 1933 das „Tausendjährige Reich“. Es war mit der NSDAP hereingebrochen. Für unsere Bruderschaft war das ein Fiasko und ein Weg zum allgemeinen Abseitsstehen. Der Name der Bruderschaft wurde jetzt in „Schützengilde“ umgetauft. Die nationalsozialistischen Maßnahmen und Forderungen für die Schützengilde waren derart hart und militärisch befehlend, dass sie von den meisten der früheren Mitglieder einfach nicht gutgeheißen werden konnten und sie aus diesem Bündnis austraten.

Nachdem nun bei der nächsten Prunkfeierlichkeit die historische Kirchenparade vor unserem Pfarrer Heinrich Grosche und den beiden Geistlichen stattfand und diese an ihrem Platze standen, kam im letzten Moment der damalige Zellenleiter in Uniform der Partei mit dem Schützenkönig  und seinen Getreuen und stellte sich vor die geistlichen Herren. Als der Pfarrer das bemerkte, forderte er seine beiden Geistlichen auf, mit ihm die Parade zu verlassen und in seine Wohnung zu verschwinden.

Als nun der erste Vorbeimarsch stattgefunden hatte, rief einer von den älteren Teilnehmern, wo denn die Geistlichen wären. Und als die Leute ihnen gesagt hatten, was vorgefallen war, stellten eine Anzahl von älteren Mitgliedern ihre Gewehre beiseite und riefen laut: „Für die machen wir keine Parade!“

Damit war das Bruderschaftsleben durch die Maßnahmen der nationalsozialistischen Politik vollständig ihrem kirchlichen Vereinsleben entfremdet. So gingen die Jahre weiter. Das deutsche Volk musste arbeiten und sich in der freien Zeit für militärische Ausbildungen zur Verfügung halten.1939 begann dann der große zweite Weltkrieg. Nachdem in den ersten Jahren die angrenzenden Länder vollständig besetzt waren, kam dann die vollständige Niederlage. Die deutschen Heere wurden zerschlagen, unsere Städte und Dörfer durch die furchtbaren Fliegerbomben vernichtet. Die Regierungsmitglieder begannen Selbstmord oder wurden als Kriegsverbrecher verhaftet und bestraft. Damit wurde 1945 das „Tausendjährige Reich“ nach einer Dauer von 12 Jahren endgültig zerstört.

In den ersten Nachkriegsjahren hatten die übriggebliebenen und heimkehrenden Bürger aus der Kriegsgefangenschaft viel Kraft nötig, um ihre zerstörten Heimatstätten wieder aufzubauen. Durch die amerikanische Hilfe von Lebensmitteln und Finanzen ging es allmählich wieder aufwärts.

Ab diesem Zeitpunkt fing das Bruderschaftsleben wieder an, sich neu zu entwickeln. Bei den ersten Zusammenkünften musste festgestellt werden, dass unsere ältesten Plaketten und die zum 250-jährigen Jubelfest gestiftete Goldmedaille des Kaisers durch Diebstahl oder sonstige Umstände abhandengekommen waren. Der Schmerz darüber war natürlich sehr groß, aber alles Nachforschen war vergebens.

1948 kam die damalige Währungsreform, wonach das deutsche Volk sein Geld verlor und pro Kopf ein Gehalt von 40 D-Mark schon gutes Geld war. Das war ein neuer Anfang. Von dieser Zeit an ging es auch mit unserer Bruderschaft aufwärts. Die „Schützengilde“ war mit der NS-Regierung wieder ausgewischt worden und wurde wieder in die „St. Sebastianus-Schützenbruderschaft 1664“ mit all ihren früheren Rechten und Pflichten umbenannt.

Durch die Errichtung der Erzbruderschaft im Rheinland, wo alle Bruderschaften eingeschlossen sind, gelang es wieder zu einem Wirken, das der Bruderschaft eigen ist, zurückzugelangen – zu einem Leben in kirchlicher und weltlicher Beziehung.

Nun kam es zur Anschaffung einer neuen Fahne. Das Vorstandsmitglied Architekt Josef Viethen wurde damit beauftragt, den Entwurf zu machen. Als die Fahne dann fertig war, wurde sie bei der Prunkfeier 1953 feierlich eingeweiht und dann zum ersten Mal durch unseren Fähnrich Josef Hettlich in der Kirchenparade getragen. Unsere Pfarrer, die in diesen 50 Jahren unserer Bruderschaft vorgestanden haben, waren Pfarrer Heinrich Grosche, Pfarrer Karl-Borromäus Schlitter und Pfarrer Otto Schwelm.

1964 feierte unsere Bruderschaft das 300-jährige Bestehen wiederum mit einem großen Jubelfest, verbunden mit dem Kreisschützenfest des Kreises Erkelenz, vom 11. bis 13. Juli 1964. Der damalige König war gleichzeitig auch der 1. Brudermeister Hans Dewies, der im 50. Königsjubiläum seines Vaters den Vogel von der Stange holte. Die damalige Jubelfeier war ein Fest der kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen. Am Samstagabend fand der Große Festabend unter Mitwirkung auswärtiger Künstler und der beiden Ortsvereine Sängerbund „Cäcilia“ e. V. und dem Turn- und Spielverein „Germania“ e.V statt. Dieser Festabend endete mit dem großen Zapfenstreich gespielt vom Trommler- und Pfeifercorps Kückhoven und dem Musikverein Granterath.

Die jüngsten 50 Jahre unserer Bruderschaftsgeschichte 1964 bis heute

An die Jahre nach dem großen 300-jährigen Jubiläum können sich mit Sicherheit noch einige der älteren Mitglieder erinnern. Die Zeit sowohl vor als auch nach 1964 wurde maßgeblich durch den damaligen Brudermeister Hans Dewies mit seinen Vorstandskollegen gestaltet. Besonders erwähnenswert ist in dieser Zeit das Wiederaufleben der Schützenjugend in unserer Bruderschaft. So meldeten sich in den Jahren nach dem Jubiläum viele jüngere Männer, um in das Offizierscorps einzutreten. Neben Vorstand, Offizierscorps und Trommler- und Pfeifercorps fanden sich die Männer (Kegelclubs, etc.), die beim Festzug mitziehen wollten, kurz vor der Prunk zusammen. Es wurden Holzgewehre ausgegeben und man marschierte in Hose und Hemd beim Festzug und bei den Paraden mit. Es bestand kein zusammengehörender Gruppenzwang und nach dem Schützenfest gingen alle wieder ihre eigenen Wege.

Die Durchführung des Schützenfestes stand nach der Kirmes 1967 aufgrund der schlechten Beteiligung in starker Kritik. Dies nahm der damals schon sehr aktive Schützenbruder Josef Meurer zum Anlass, seine bereits lange Zeit bestehende Idee in die Tat umzusetzen und eine aktive Schützengruppe zu gründen. Er unternahm eine große Werbeaktion, ging von Tür zu Tür und sprach alle möglichen Leute an, sich an seiner Idee zu beteiligen. Ende Oktober 1967 hatten sich dann 23 Kückhovener Männer verpflichtet und der erste Kückhovener Husarenzug „Grüne Husaren“ konnte gegründet werden.

Nach und nach änderte sich das Bild bei den Festzügen unserer Prunkfeierlichkeiten. Die Holzgewehre wurden nach und nach in Truhen und Schränke verbannt. 1973 gründete sich die nächste neue Aktivengruppe und die Schwarzen Husaren wurden ins Leben gerufen. Im Jahr danach komplettierten die Roten Husaren als letztes Corps unsere Husarenzüge.

Die jüngsten Entwicklungen unserer Bruderschaft dürften den meisten Mitgliedern bekannt sein, wurden Sie doch seit 1980 von unserem jetzigen Ehrenbrudermeister Heinzgerd Dewies, der seinem Vater auf den Vorsitz folgte und Willi Platzbäcker als sein Stellvertreter geprägt. Auch auf die Väter in den Husarenzügen sollten die Söhne folgen und so wurden 1982 unser Marinezug Blaue Jungs und 1984 die Landsknechte gegründet. Heinzgerd Dewies war auch um das Jungschützenwesen bemüht und so richtete der Bezirksverband Erkelenz 1984 den Bundesjungschützentag in Erkelenz aus. Um die Planung und Organisation kümmerten sich vor allem Lothar Heupts und Heinzgerd Dewies. Heinzgerd war parallel auch im Bezirks- und Diözesanvorstand aktiv und ist seit 2005 als Bundesschützenmeister der Vorsitzende aller Schützen im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

Nachdem die finanzielle Lage um das Schützenfest in den ersten Jahren nach dem Millennium immer schlechter wurde, entschied der Vorstand sich dazu, eine strukturelle Veränderung sowohl für das Festzelt als auch für den Ablauf des Schützenfestes durchzuführen. Anstelle des Königsballs, der auf den Montagabend verschoben wurde, feierte man sonntags den Zugausklang mit einem Dämmerschoppen bei Konservenmusik, und auch der traditionelle Festzug am Montagabend musste aufgrund mangelnder Musikgruppen weichen.  

Mit der Verjüngung des Geschäftsführenden Vorstandes im Jahr 2007 wurden dann einige der gut gemeinten Veränderungen wieder behoben und unser Schützenfest in den letzten Jahren wieder erfolgreich gestärkt. Freuen wir uns nun auf ein ganz besonderes Highlight: unserem Bezirks- und Jubiläumsschützenfest, welches wir vom 17. bis 19. Mai diesen Jahres feiern werden. Wir haben in den letzten Jahren alles dafür getan, damit dies ein einzigartiges 350-jähriges Jubiläum wird. Zum einen wird es an allen drei Veranstaltungstagen unterschiedliche und hochkarätige Bands zu den Tanzabenden geben. Auch beim Frühschoppen dürfen wir uns gespannt auf die Klänge des Bundesschützen Tambour- und Trompetencorps Edelweiß Kerpen freuen. Beim Großen Festzug werden dann neben den Kückhovener Gruppen und den 14 anderen Schützenbruderschaften unseres Bezirksverbandes Erkelenz auch einige Größen des Bundesvorstandes des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften dabei sein. Die musikalische Gestaltung werden dabei neben dem Trommler- und Pfeifercorps Kückhoven weitere vier Trommlercorps, drei Musikvereine und das Bundeschützen Tambour- und Trompetencorps Edelweiß Kerpen übernehmen. 

 

Für die Zukunft ist es wichtig, das gesamte Schützenwesen in Kückhoven enger zusammen zu bringen. Es ist an der Zeit, dass alle an einem Strang ziehen und das Motto verfolgen: „Gemeinsam für unser aller Brauchtum und für unser Schützenfest“. Dazu gehört auch die notwendige Unterstützung aller Gruppen, die unsere Kirmes in Kückhoven erhalten wollen. Niemand weiß, was die Zukunft bringt, der Grundstein für eine gemeinsame Zukunft ist gelegt, lasst uns nun zusammen diese Zukunft gestalten, getreu unserem Leitspruch „Für Glaube, Sitte und Heimat“!

Termine

Terminvorschau 2017:

 

Maifeier

30.04.2017

 

Schützenfest 

13. bis 15.05.2017

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